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Eifersucht

Eifersucht und ihre Behandlung

  • Die Beschäftigung mit der eigenen Eifersucht lohnt sich IMMER, weil sie zu tieferen Konflikten in der eigenen Persönlichkeit hinführt und diese erhellt.
  • Eifersucht darf auch nicht als unsittlich betrachtet werden, sondern muß als eine authentische Gefühlsreaktion begriffen werden.
  • Die ÜBERWINDUNG von Eifersucht (wie auch vergleichsweise die Überwindung von Angst) kann nur durch Überwindung ihrer Ursachen eine konstruktive Handlung sein.
  • Wenn die Eifersucht überflüssig wird, ist sie auch überwunden.

Varianten von Eifersucht

  • Erotisch – sexueller Besitzanspruch (Anspruch auf Leibeigenschaft)
  • Angst vor Beziehungsverlust / Angst vor Verlust einer bestimmten Beziehung
  • Angst vor Beziehungsverlust / Angst vor Beziehungslosigkeit
  • Elementare Rivalität (Glücklichkeitsneid)
  • Defizite in der Wertschätzungsebene
  • Aufmerksamkeitsdefizit / Übersteigerter Glücksanspruch an den Partner

Diese verschiedenen Eifersuchts - Varianten werden im folgenden kurz dargestellt:

Besitzanspruch

  • Der Anspruch auf sexuelle Leibeigenschaft ist ein Überbleibsel, Relikt des Monogamie – Dogmas
  • Im Mittelpunkt einer polyamorischen Kultur muß das bedingungslose Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen über seine eigene Sexualität stehen
  • Diese Selbstbestimmungsrecht muß als ein Grundparadigma kollektiv verteidigt werden, jeder Anspruch auf sexuelle Leibeigenschaft muß zurückgewiesen werden

Angst vor Beziehungsverlust zu einer Konkreten Person

  • Ist auch Begleiterscheinung einer auf „sexuelle Eroberung“ und Leibeigenschaft ausgerichteten Kultur, die auf dem Monogamie – Dogma beruht.
  • Kann nur durch die freiwillige Beziehungsgarantie der betreffenden Person ausgeräumt werden.
  • Es besteht indessen kein Anspruch auf Beziehung zu einem konkreten Menschen gegen dessen freien Willen.

Angst vor Beziehungsverlust als Angst vor Beziehungslosigkeit

  • Hat eine suchtartige (und insofern selbstzerstörerische) Abhängigkeit zur Grundlage.
  • Berührt die Fragen der Attraktivität und Beziehungsfähigkeit der Betroffenen.
  • Eine stabile polyamorische Kultur mindert durch ihre bloße Existenz schon die Angst vor Beziehungslosigkeit.
  • Aktive Überwindung der Angst vor Beziehungslosigkeit einzelner als Aufgabe der Gemeinschaft.

Rivalität

  • Ist im Kern eine Form von Neid auf das Glückserleben anderer.
  • Rivalität kann grundsätzlich auch positiv gewendet werden, wenn sie nicht die destruktive Ausschaltung des Rivalen zum Ziel hat.
  • Überwindung des Neides durch Bewußtwerdung über den eigenen Mangel und dem Entschluß, gewünschte Fähigkeiten zu entwickeln und am gewünschten Glückserleben teilzuhaben.
  • Überwindung von Rivalität ist ebenso eine individuelle wie eine kollektive Aufgabe: der einzelne sollte sinnvollerweise von der Gemeinschaft darin unterstützt werden, mit seiner Rivalität produktiv und konstruktiv umzugehen.

Wertschätzungsdefizit

  • Tritt ein, wenn der/die Rivale/Rivalin in ihrer Person nicht wertgeschätzt wird und dieses Wertschätzungsdefizit kommunikativ zum Tragen kommt.
  • Wertschätzung unterliegt grundsätzlich dem freien Willen eines Menschen; Überwindung eines Wertschätzungsdefizites kann nur eine individuelle Aufgabe sein, aber auch ist da keine Forderung sinnvoll („du mußt x wertzuschätzen!“).
  • Auf dieser Ebene können unüberwindbare Inkompatibilitäten entstehen, wenn der freie Wille als Grundlage unangetastet bleibt; Unterstützung durch die Gemeinschaft trotzdem sinnvoll.

Aufmerksamkeitsdefizit

  • Ist von allen Eifersuchtsformen die unspezifischste, d.h. nicht auf einen konkreten Rivalen gerichtet.
  • Eifersucht bezüglich Aufmerksamkeit und Zeit des Partners.
  • Kann sehr übergriffig gegenüber der Autonomie des Partners sein.
  • Überwindbar nur durch das betreffende Individuum mit Unterstützung der Gemeinschaft durch Einsicht.