Entwurf eines Lebensmodells: der Clan
Wenn man die bisherigen Ansätze in der Diskussion, insbesondere die Krise der Kleinfamilie, das Überhandnehmen von Alleinerziehenden, Singles und Patchwork-Familien betrachtet und bedenkt, gelangt man mit einer gewissen Stringenz zu einer neuen, sozusagen am Horizont schon sichtbaren Lebensstruktur, die geeignet wäre, die Krise der Kleinfamilie sozusagen positiv zu wenden. Ich möchte nicht den Begriff der Großfamilie benutzen, weil eine Großfamilie eine – meist patriarchale – Mehrgenerationenfamilie einer Blutverwandtschaftslinie darstellt. Auch der oft strapazierte Begriff einer "Wohngemeinschaft" geht hier weit fehl. Ich nenne dieses Ding in Anklang an gewisse keltische Vorbilder Clan.
Ein Clan zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
1. Er besteht aus mindestens drei erwachsenen Menschen, die durch treue Liebesbeziehungen miteinander verbunden sind. Idealerweise setzt sich diese liebende Gemeinschaft aber aus mehr Menschen zusammen, wobei mit 8 wahrscheinlich eine natürliche Grenze erreicht ist, wo die Intensität und Vertraulichkeit der Liebesbeziehungen abnehmen würde (Jeder Mensch kann nur eine begrenzte Anzahl vertraulicher, intimer Beziehungen unterhalten, die Obergrenze liegt wahrscheinlich bei drei).
2. Er besteht weiterhin aus den Kindern von ein oder mehreren dieser erwachsenen Personen. Diese Kinder sind somit voll und ganz in der Lage, diese Lebensgemeinschaft als das wahrzunehmen, was sie als "Familie" kennen.
3. Er besteht unter Umständen und idealerweise weiterhin aus mehreren Generationen, wobei aus einem Clan jederzeit Tochterclans durch Neugründungen hervorgehen können. Ein Verbund von mehreren Clans wäre dann schon so etwas wie ein Stamm.
4. Die Verbindlichkeit und Stabilität des Clans kommt dem nahe, was idealerweise von der klassischen Kleinfamilie erwartet (aber meistens nicht erfüllt) wird. Ein gemeinsamer Haushalt liegt nahe sowie gemeinsame Organisationsformen zur Bestreitung des grauen Alltags, nur daß diese viel effektiver wären als die Kleinfamilie der "double incomers" heutzutage zu leisten in der Lage ist. Gemeinsame Clankasse bei gleichzeitigen privaten, individuellen kassen ist vermutlich sinnvoll.
5. Natürlich wohnt man unter einem Dach.
6. Natürlich sind alle Beziehungen im Clan unterstützenswert und werden vom Clan unterstützt und gefördert, sowohl die Beziehungen zwischen Liebenden als auch Beziehungen zwischen Eltern und Kindern als auch Beziehungen zwischen Clanbrüdern und Clanschwestern.
7. Toll wäre, wenn der Clan einen Namen hätte, der dem heutigen Nachnamen gleichkäme.
So, jetzt bin ich mal auf die Reaktionen gespannt, ob es da Diskussionsbeiträge gibt.
Izuna, die Ungeduldige
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