Zur
Definition von Ethik und Moral
Das Wörterbuch definiert Ethik als
die Lehre von der allgemeinen Natur der Moral und von den spezifischen moralischen
Entscheidungen, die das Individuum in seinen Beziehungen zu anderen treffen muß. Ethik
und Moral werden oft synonym gebraucht, in anderen Zusammenhängen aber scharf
unterschieden.
Ich werde im folgenden folgende Definitionen benutzen: Ethik
ist eine Kollektion von Prinzipien, anhand dessen ein Individuum seine eigenen
Entscheidungen mißt. Moral ist eine Kollektion von Prinzipien, die die Zustimmung einer
Gruppe von Menschen findet. Moral wäre somit ein ethischer Konsens.
Statt der 10 Gebote des Moses: die 9 Gebote der Liebe
1. Liebe sei das höchste Gesetz, Liebe in
Bewußtheit.
2. Jeder Mensch bestimmt selbst über Art, Umfang, Dauer und
Gestaltung seiner eigenen sexuellen und erotischen Beziehungen. ( Autonomieprinzip).
Anders ausgedrückt: tu, was du willst, aber vermeide Schaden für andere.
3. Jede Beziehung ist eine Vereinbarung zwischen zwei
Menschen (Paarprinzip). Folgerung: auch komplexe Beziehungsstrukturen bestehen letztlich
aus Kombinationen von einander ggf. überschneidenden Paarbeziehungen. Die Paarbeziehung
soll nicht aufgehoben werden, kann auch nicht aufgehoben werden, sondern ist
unverbrüchliches Element jeglicher Beziehungsstruktur.
4. Wahre Liebe ist bedingungslos . Sie ist nicht an
Vorbedingungen geknüpft. Zwar entfaltet sich Liebe besser unter den Bedingungen der
Gegenliebe, aber es ist verhängnisvoll für ein Individuum, die eigene Liebe von der
Gegenliebe abhängig zu machen.
5. Jede Beziehung sollte dem Zugewinn von Lebensfreude und
Lust aller Beteiligten dienen. Lust an der Lust des anderen ist Veredelung des
Luststrebens. (Lustprinzip)
6. Jede Beziehung ist schützenswert, es sei denn sie ist
destruktiv. Folgerung: also ist es unstatthaft, Beziehungen zerstören zu wollen, an deren
Zustandekommen man nicht beteiligt war.
7. Es ist sinnvoller, Beziehungen weiterzuentwickeln, zu
kultivieren und in neue Ebenen zu transformieren statt sie zu abzubrechen
(Kontinuitätsprinzip). Indessen: es ist das Recht eines Menschen, Beziehungen abzubrechen
oder zu beenden.
8. Es ist sinnvoll, in allen Beziehungsstrukturen das
synergetische Win-Win-Prinzip zu verwirklichen. Folgerung: Trage Sorge, daß die Menschen,
die in deine Beziehungsstrukturen eingebunden werden, nicht durch diesen Umstand zum
Verlierer werden sofern es in deiner Macht liegt.
9. Es ist sinnvoll, die Konsequenzen des eigenen Handelns in
ihrer Wirkung auf andere, durch Beziehungen verbundene Menschen zu bedenken. Also nicht
einfach tun, was einem gerade in den Sinn kommt, sondern der Verantwortung gerecht werden,
die durch intime Beziehungen zu anderen Menschen erwachsen. Folgerung: es ist nicht
sinnvoll, Beziehungen nur aus dem Bedürfnis einzugehen, das eigene Ego zu überhöhen.