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Der Begriff Wirtschaft weckt
zweifellos in vielen Lesern zuerst einmal unangenehme Assoziationen. Die Wirtschaft ist
das, was vielen erst einmal viel Verdruß in ihrem alltäglichen Leben bereitet.
Wirtschaftskrisen überschatten oft die persönliche Biographie, weil sie zu
Arbeitsplatzverlust und Einbußen führen. Wer gar nicht als Angestellter, sondern als
Selbständiger sein Leben fristet, der hat gar die Wirtschaftsnachrichten unter Umständen
als Quelle des Schreckens kennengelernt. "Ohne Moor nichts los", will heißen:
Ohne sichere Einkommensquellen ist der schönste Lebensentwurf zu einem Dasein in den
Schatten der Wunschträume verdammt. "Geld regiert die Welt", sagt ein
geflügeltes Sprichwort, und wenn auch im gleichen Atemzug der Satz "Geld allein
macht nicht glücklich" genannt wird, so gibt es doch nur wenige, die die Wahrheit
dieses Spruches nicht mit dem geziemlichen Ausdruck von Bitterkeit bestätigen mögen.
Gegenwärtig überschattet eine mächtige Wirtschaftskrise das Leben vieler Menschen und
zweifellos auch das Leben vieler Leser dieser Zeilen. Die Börse in New York bekommt das
Husten und viele Menschen anderswo auf der Welt bekommen das Fieber, das Fieber
wirtschaftlicher oder finanzieller Nöte. Das nennt man dann Globalisierung. Bekanntlich
gibt es Menschen, die man sogenannte "Globalisierungskritiker" nennt. Die
protestieren dagegen, daß der Schnupfen der New Yorker Börse gleich zum Siechtum ganzer
Volkswirtschaften führt. Wieder bekanntlich nützt dies aber wenig, weil es den Banken
und multinationalen Konzernen weltweit ziemlich scheißegal ist, ob es soundsovielen
Menschen schlecht geht, Hauptsache, ihr Profit stimmt. Hoppla, ist das nicht so eine alte
Leier, die schon so oft, mindestens in den letzten 200 Jahren, wiederholt wurde? Haben
nicht schon so viele Menschen über den "Weltkapitalismus" geklagt und zu seiner
Überwindung aufgefordert, ja gar zu seinem Sturz aufgerufen, ohne daß es etwas genützt
hätte? Und ist nicht auch schon gesagt worden, daß der Kapitalismus (das ist die
Herrschaft des Faktors Kapital über den Wirtschaftsprozeß) doch das "Ende der
Geschichte" darstellt und somit für ewig die Börse in New York oder an anderen
Orten ganz selbverständlich über das persönliche Schicksal aller Menschen herrscht?
Genug der Vorrede. Hat das Projekt
Nemetien auch eine wirtschaftliche Komponente? Natürlich hat es das. Nemetien wäre kein
Zukunftsprojekt, hätte es keine wirtschaftliche Komponente. Ich persönlich bin auch
davon überzeugt, daß die Ökonomie die Basis einer Gesellschaft darstellt, eine Basis,
über die sich ein juristischer, kultureller, politischer und philosophischer Überbau
erhebt. Eine Zukunftsgesellschaft mit neuen kulturellen, politischen, philosophischen und
juristischen Schwerpunkten läßt sich also nur errichten, wenn sie getragen wird von
einer ökonomischen Basis, die all die wunderbaren Dinge, die wir uns vorstellen mögen,
auch tragen kann. Was wird also die ökonomische Basis des Projektes Nemetien sein? Gibt
es eine Zukunft jenseits des share-holder-value, jenseits einer Börsengesellschaft, wo
Zocker über den Handel mit Optionsscheinen mit dem Schicksal ganzer Konzerne und ganzer
Volkswirtschaften spielen und wo die Entlassung von Tausenden von Arbeitnehmern von
Freudensprüngen der Gewinnmargen begleitet sind?
Natürlich gibt es sie, wir müssen sie nur schaffen (Ich erinnere: "Nicht Heimat
suchen, sondern Heimat schaffen"). Es gibt zwei ganz zentrale Prinzipien der
nemetischen Wirtschaftspolitik, und diese sind:
- Kooperativ synergetische Betriebe
- Tauschringe als Austauschmedien von Produkten und Dienstleistungen
In den letzten Jahrzehnten sind grundlegende
Veränderungen in der Betriebsorganisation der meisten Unternehmen vorgegangen. Die
militärische Industrieorganisation des 19. Jahrhunderts (damals übertrug man
Organisationsprinzipien des Militärs auf die entstehenden Industriebetriebe) wurde
abgelöst von mehr teamorientierten, differenzierteren Organisationsformen, die auf der
Motivation und der Partizipation der Mitarbeiter basierten.
Ich möchte natürlich an dieser Stelle nicht idealisieren. Die Tendenz zu
teamorientierten, kooperativen Organisationsformen in den Betrieben wird natürlich immer
wieder aufgehoben durch die periodischen Wirtschaftskrisen. Wenn es dem Unternehmen
schlecht geht, dann muß das Teammitglied von gestern entlassen werden, wenn es nicht mehr
getragen werden kann oder den Firmenertrag erwirtschaftet, der erwirtschaftet werden muß.
Indessen ist jedoch der Vormarsch der teamorientierten Betriebsstrukturen die letzten
Jahrzehnte ein echter Quantensprung in der Veränderung der Produktions- bzw
Wirtschaftsverhältnisse, also der Rahmenbedingungen, in denen wirtschaftlich gehandelt
wird.
Viele Menschen träumen davon, selbständig zu werden. Sie möchten nicht mehr in
abhängigen, angestellten Verhältnissen befangen sein, wo andere über das entscheiden,
was sie tun. Der Weg in die Selbständigkeit ist aber für viele auch eine bittere
Erfahrung, denn selbständig ist jeder erst einmal für sich allein, und muß sich allein
mit den Untiefen der Selbständigkeit herumschlagen, vom Ärger mit dem Finanzamt
angefangen über die Qualen der Rechnungsstellung und Buchführung bis hin zu dem Unwillen
der Banken, einem auch nur einen Überzugskredit einzuräumen, wenn man nicht gerade Leo
Kirch oder Edmund Stoiber heißt.
Da gehts gemeinsam schon besser.
Aber will man nicht sich als Angestellter für irgendeine anonyme Eigentümergruppe (einer
GmbH oder AG) verdingen, dann heißt das, mit Gleichgesinnten gemeinsam einen Betrieb zu
begründen.
Dieses Modell nennen wir kooperativ synergetischer Betrieb.
Ein kooperativ-synergetischer Betrieb zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- er wird gegründet von einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam wirtschaftlich tätig
sein wollen
- er ist idealerweise eine Kapitalgesellschaft ( GmbH, eG, AG, KaA usw.)
- die Eigentümer sind auch Kernangestellte
- die Kernangestellten sind auch Eigentümer
In den letzten Jahren entstehen in
fast allen deutschen Städten sogenannte Tauschringe. Der Tauschringbewegung liegen Ideen
eines gewissen Silvio Gesell zugrunde. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben,
möchte ich dessen Ideen hier kurz darstellen.
Silvio Gesell war ein politischer Theoretiker, der vor allem die Interessen des
Mittelstandes und der Handwerker vertrat, die unter der Zinsbelastung der Banken litten.
Nach seiner Auffassung war die Verknappung des Tauschmittels Geld eine der wichtigsten
Ursachen von Wirtschaftskrisen. In diesem Punkt widersprach er der Werttheorie Karl Marx
(auf diese Diskussion gehe ich hier allerdings nicht ein) Was wollte er?
Er wollte die kapitalistische Ausbeutung unmöglich machen, indem er mit Freigeld, einem
umlaufgesicherten, mit ständiger aber geringer Gebühr belasteten Geld, jeden
Geldbesitzer dazu zwingt, etwas mit seinem Geld anzufangen. Damit wird eine Wirtschaft
möglich mit einem Zins um Null, denn man muß sein Geld auch bei geringen Zinsen
verleihen.
Ebenso wollte er die Bodenrente - wie Zins ein Einkommen, für das nicht gearbeitet werden
muß - in öffentliche Hände steuern, damit niemand auf Kosten anderer leben kann. Er
wollte den gesamten Boden nach und nach von den Privatleuten zurückkaufen um ihn dann
meistbietend zu verpachten. Das Ergebnis dieser Bodenreform nannte er Freiland
Er schlägt eine Wirtschaft vor, die frei von Zins, frei von Ausbeutung und frei von
Handelsbeschränkungen ist. Daher wird diese Wirtschaft als Freiwirtschaft bezeichnet.
Gesell ist der Begründer der "Freiwirtschaftslehre", die zwischen
kapitalistischer Marktwirtschaft und freiwirtschaftlicher Marktwirtschaft (als
Alternative) unterscheidet.
Diese Freiwirtschaftslehre ist freilich sehr umstritten, zumal es auch zahlreiche
Strömungen dieser Richtung gibt. Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, daß
es Menschen gibt, besonders aus dogmatischen und stockreaktionären rechten und
"linken" Ecken verschiedener Art, denen der Name Silvio Gesell den Kamm
schwillen läßt. Ich kann an dieser Stelle auf die "Kritiken" aus allen diesen
Ecken nicht eingehen. Keineswegs teile ich alle politischen oder wirtschaftlichen
Auffassungen von Gesell (ich komme persönlich aus dem Lager der revolutionären Linken),
aber das ist auch gar nicht wichtig. Die Idee des (zinsunfreundlichen) Freigeldes ist die
einzige mir bekannte ökonomische Vision, die a) in sich logisch ist und funktionieren
könnte und b) eine reale Alternative zur Alleinherrschaft der multinationalen Banken
über die wirtschaftlichen Prozesse darstellt. Wichtig ist, daß die Ideen Gesells die
zahlreichen Tauschringe inspirierten, die im kleinen Rahmen beweisen, daß ein geldloser
Austausch von Dienstleistungen und Produkten funktionieren kann. Das Modell Tauschring,
das eine lokale Währung zu Verfügung stellt, dessen Hortung sich (mit oder ohne Zins)
sich nicht lohnt, ist aus meiner Sicht ein ganz entscheidendes und wichtiges Element einer
Zukunftsgesellschaft.
Ich rede hier keiner
Aussteigerkonzeption das Wort! Ideen vom Ausstieg aus der Gesellschaft und ihren Ordnungen
hat es in der Geschichte schon viele gegeben, auch in der sogenannten
Gemeinschaftsbewegung. Konkrete Projekte sind ausnahmslos gescheitert. Ein Totalausstieg
aus dem Kapitalismus ist nicht möglich. Das heißt aber nicht, daß es nicht möglich
wäre, Elemente einer Zukunftsgesellschaft schon im Schoße der jetzigen Gesellschaft
vorwegzunehmen und zu entwickeln. Genau darum geht es. Gerade im letzten Jahrhundert gab
es viele Bestrebungen - und keinesfalls nur von "linker" Seite - den
Kapitalismus zu überwinden. Es war nur nicht klar, wohin die Reise denn gehen sollte.
Zentralistische staatskapitalistische (z.B. die Nazi-Diktatur) oder stalinistische
("sozialistische") Systeme scheiterten, aber an ein "Ende der
Geschichte" durch die sogenannte Globalisierung kann auch niemand glauben. Letztlich
ist es so, daß die Elemente einer nichtkapitalistischen Zukunftsgesellschaft im Hier und
Heute entworfen und entwickelt werden müssen. Ohne lebensfähige Elemente einer
Zukunftsgesellschaft, wenigstens in modellhafter Form, wird es auch keine
Zukunftsgesellschaft geben. Das ist die hohe und heilige Aufgabe unserer Zeit. Denn eines
darf niemand vergessen: ein Ausstieg aus dem Kapitalismus ist nicht möglich. Wir müssen
mit seiner praktischen Überwindung beginnen. Und dabei geht es übrigens auch nicht um
die simple Frage "Marx, Keynes oder Gesell?", denn kaum ein theoretisches Modell
ist in sich zu 100% richtig oder zu 100% falsch. Wir müssen aus allen Denkschulen das
herausfiltern, was zur Erreichung und Gestaltung einer Zukunftsgesellschaft hilfreich sein
könnte, ohne uns in falschen Frontstellungen zu verwickeln.
Definition
Was ist ein Autonomes System (AS)? Es
ist ein Bereich, ein Terrain, das allgemein gesprochen im Innenbereich
anders funktioniert wie im Außenbereich. Insbesondere zeichnet sich ein solches Autonomes
System aus durch
- wohldefinierte Mitgliedschaft
- ein ihm eigenes zinsloses Tauschmittel, eine Art "autonomer Währung"
Im besonderen verstehe ich unter Nemetischen Autonomen Systemen soziale Bezugsräume, wo
Dienstleistungen und Produkte nicht durch Geld, sondern durch lokale und regionale
Währungen getauscht werden. Vereinfacht gesagt wäre jeder Tauschring eine Rohform eines
Autonomen Systems. Es kommt aber noch ein Faktor hinzu: das Autonome System hat eine
Wechselwirkung mit der Außenwelt. Wir können uns nicht aus dem Kapitalismus abkoppeln,
denn wir brauchen Geld, um uns innerhalb der kapitalistischen Umwelt Dinge kaufen zu
können. Am besten organisieren wir uns in kooperativ-synergetischen Betrieben.
Elemente
Elemente eines Nemetischen Autonomen
Systems sind also:
Mitglieder des Autonomen Systems (Members of Autonomous System MAS). Diese treten als
Nachfrager (Requestoren) ebenso wie als Anbieter (Provider) von Diensten und Produkten
auf.
Gruppen von Mitgliedern (MAS) können sich zu verschiedenen Zwecken zu Korporationen
(Körperschaften) zusammenschließen.
Services (Service Entities: SE). Das sind Gruppen von bestimmte Dienste anbietende MASen
Tauschringorganisation (Distribution Ring Organisation DRO) zum Austausch von
Dienstleistungen und Produkten gegen eine interne Währung (z.B. Talente) durch diese
Mitglieder
Wirtschaftliche Frontorganisationen (Economical Front Organisations, EFOs), die in den
Rechts- und Austauschformen der Außenwelt mit dieser interagieren. Dies wären den
nemetischen Prinzipien verbundene Firmen. Diese verdienen in der "realen Umwelt"
ihr Geld, mit dem sie u.a. ihre Mitarbeiter (die idealerweise Kernangestellte sind)
entlohnen.
Ein Netzwerk der EFOs (EFON), das den EFOs gestattet, im Verbund sich den Anforderungen
des kapitalistischen Wirtschaftsprozesses zu stellen und dort erfolgreich zu sein. Denn
nicht vergessen: Ohne Moos ist im Kapitalismus nix los, und wenn wir ihn überwinden
wollen, dann müssen wir dem Rechnung tragen ("Freiheit ist Einsicht in die
Notwendigkeit" F. Engels)
Ich bitte um Entschuldigung, wenn manchem Leser meine Begriffsschöpfungen hier etwas
fremdartig vorkommen mögen. Ich will mich dazu kurz erklären. Beruflich habe ich mit
Computernetzwerken zu tun. In diesen Systemen gibt es zahllose tatsächlich selbständige
Einheiten (sogenannte Module), die Dienstleistungen anbieten oder nachfragen. Wir alle
wissen, daß Computernetzwerke funktionieren. Was wenige wissen, ist die Tatsache, daß
das alles innerhalb der Systeme ohne Geld passiert. Es gibt keine Banken, die Geld gegen
Zins verleihen, keine Unternehmen, die Arbeiter entlassen, weil sie Gewinn machen etc.
Aber es funktioniert.
Problem Umsatzsteuer /Mehrwertsteuer
Die Vorstellung, es wäre
möglich, durch massive Gründung von Tauschringen den kapitalistischen Austauschprozeß
zu unterlaufen, ist zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich sind die Finanzämter der
Auffassung, daß sie auf jeden Austausch von Dienstleistungen, auch wenn er gegen Talente
erfolgt, Anspruch auf Umsatzsteuer haben. Anders ausgedrückt: ein Betrieb, der
beispielsweise eine Dienstleistung erbringt, die 1000 Talente wert ist, ist nach
Auffassung des Finanzamtes diesem 16 % MWST schuldig. Bei Privatpersonen entfällt dieser
Anspruch des Finanzamtes. Letztlich bedeutet das, daß die Finanzbehörde die Fortdauer
des kapitalistischen Systems selbst in kleinsten Rahmen durchzusetzen versuchen wird. Aber
wir haben auch gar nichts anderes erwartet. Wir müssen unsere Maßnahmen dagegen treffen.
Autonomes System der Autonomen Systeme
Nachdem der Begriff "Autonomes
System" so wohldefiniert ist, fällt es uns auch nicht schwer, deutlich zu machen,
was alles ein Autonomes System kann.
Eine Gemeinschaft, die untereinander ihre Dienstleistungen über ein DRO austauscht, ist
ein autonomes System. Wenn nun Gemeinschaften mit Gemeinschaften miteinander in
Interaktion treten, so ergibt sich schnell die Möglichkeit, autonome Über-Systeme aus
autonomen Teil-Systemen zu entwickeln. Das Modell des autonomen Systems hält das
problemlos aus. Gern will ich aber konkret beschreiben, was ich meine. Angenommen,
Nemetien besteht aus einigen Dutzend Stämmen, also Gemeinschaften, die sich durch
gemeinsamen Grundbesitz (wohl meistens als Streubesitz), gemeinsame ökonomische Betriebe,
Riten etc auszeichen. Jeder Stamm wäre ein eigenes autonomes System mit eigenen inneren
Tauschringen (DROs). Die Stämme Nemetiens insgesamt könnten aber ein gemeinsames
autonomes System bilden, in dem die Stämme selbst als MAS oder als Korporation Mitglied
wären, aber auch alle ihre Mitglieder.
Ein wenig konkrete Vision
Ein Bürger Nemetiens, welcher sich
dadurch auszeichnet, daß er einem nemetischen Stamm angehört und dort MAS ist, könnte
sich innerhalb Nemetiens (d.h. innerhalb aller Grundstücke und Häuser, die Nemetern oder
nemetischen Stämmen gehören) bewegen, ohne Bargeld zu benötigen. Er leistet über die
DRO der "Nemetischen Tauschbank" (oder wie immer wir es sonst nennen) seine
Dienste (was immer seinen Talenten entspricht) und nimmt Dienste in Anspruch (Wohnen,
Übernachten Essen). Geld würde unser Nemetischer Bürger nur benötigen, wenn er mit der
kapitalistischen "Außenwelt" interagieren muß. Klar, die Brötchen wollen
gekauft sein. Aber je größer der Bezugsrahmen Nemetiens wäre, je mehr kollektive und
individuelle Mitglieder ("Bürger") Nemetiens hätte, desto weniger Geld
bräuchte unser nemetischer Bürger, und desto mehr würde unser nemetischer Bürger
arbeiten und leben über die Tauschringorganisationen von Clans, Stämmen und Nemetien.
Natürlich ist auch eine überregionale Vernetzung (Nemeter mit Likatiern etc.) machbar,
denkbar, wünschenswert. Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrisen würden zwar nicht sofort
und mit einem Schlage, aber kontinuierlich und allmählich ihren Schrecken verlieren,
vorausgesetzt, die ökonomischen Frontorganisationen (EFOs) bewahren sich Flexibilität
und Leistungsfähigkeit auf dem Markt.
Mit dieser Vision möchte ich diesen Artikel abschließen. Natürlich wird dir, liebe
Leserin, lieber Leser, vieles an Fragen offen bleiben, aber ich kann dir nur raten, suche
das Gespräch mit uns. Ist das ganze etwa nur eine schöne Theorie und eine praktische
Realisierbarkeit nicht sichtbar? Keineswegs. Es gibt einige ganz praktische Schritte, wo
du jederzeit, morgen oder im nächsten Jahr, anfangen kannst.
Trete einer Tauschringorganisation bei und erprobe das Modell des bargeldlosen
Dienstleistungsaustausches
Schließe dich mit Gleichgesinnten zusammen und begründe einen kooperativ-synergetischen
Betrieb, der sich in einer Anfangsphase durchaus nebenberuflich betreiben läßt
Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Sargnagel mehr für ein weltweites
Wirtschaftssystem, das dem größten Teil der Menschheit nur ein Leben in Existenzangst
und Not bescheren kann.
Roland Raven
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