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Zur Etymologie: Was bedeutet Konsens?Das Wort Konsens entstammt dem
lateinischen "Consensio" bzw "consentio" bzw "Consensus" und
bedeutet laut Wörterbuch: Der Begriff Konsensprinzip im landläufigen VerständnisAls ich 1987 mich am Gewerbehofprojekt beteiligte, wurde dort gerade das Konsensprinzip im Plenum eingeführt. Es wurde formell so gehandhabt, daß Anträge im Plenum gestellt werden konnten und dann kam es darauf an, ob eine der beteiligten Parteien Veto einlegte. Da es gegen jeden möglichen Beschluß möglicherweise Einwände geben kann und auch gab, wurde von dem Vetoprinzip natürlich auch Gebrauch gemacht. Die Szenerie gestaltete sich dann so, daß die einzelnen Gruppen Vetodrohungen gegeneinander aufbauten. Im Ergebnis kamen manche, selbst dringend notwendige Entscheidungen nur sehr schleppend voran, die Entscheidungsfindung entwickelte sich milimeterweise. Mehrheitsprinzip (Demokratie) versus KonsensprinzipFormell lassen sich Mehrheitprinzip und
Konsensprinzip einander gegenüberstellen. Beide haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil des
Mehrheitsprinzips ist die größere Entscheidungsfreudigkeit und fähigkeit des
betreffenden Organismus. Der Nachteil besteht darin, daß es Sieger und Verlierer gibt.
Die Mehrheit ist nämlich die Gewinnerseite, die ihre Interessen und Ansichten durchsetzen
kann, die Minderheit ist die Verliererseite, deren Interessen und Ansichten untergebuttert
werden. Welche Entscheidungen sind besser?Es ist eine müßige Frage, ob das Konsensprinzip oder das Mehrheitsprinzip bessere Entscheidungen hervorbringt, denn das hängt nicht von dem formalen Verfahren ab. Die Qualität einer Entscheidung hängt davon ab, wie gründlich die Entscheidung vorbereitet wurde (sogenannte Entscheidungsvorbereitung) und inwieweit die Entscheidung getragen wird. Es ist richtig, daß im Mehrheitsprinzip die Neigung der Minderheit gering sein wird, eine Mehrheitsentscheidung mitzutragen (das ist eine Frage der Disziplin). Es ist aber auch richtig, daß eine durch Veto blockierte Entscheidung eine Entscheidung darstellt und eine durch Veto blockierte Mehrheit sich durchaus als Verlierer sehen kann. Letztlich hängt die Qualität einer Entscheidung wen wunderts? nicht vom formellen Abstimmungsverfahren ab, sondern von der Gründlichkeit der Entscheidungsvorbereitung und der Qualität und Differenziertheit der Entscheidungsfindung. Zwei entgegengesetzte Varianten des KonsensprinzipsEs gibt meines Erachtens zwei entgegengesetzte
Varianten des Konsensprinzips, die sich allerdings nur schwer formal beschreiben lassen,
weil es inhaltliche Varianten sind: Kompromiß und SyntheseWas sind die Bedingungen einer wirklichen Übereinstimmung?Eigentlich ist diese Frage sehr leicht zu beantworten. Eine wirkliche Übereinstimmung ist dann gegeben, wenn alle Beteiligten ihre Interessen und Beweggründe in dem getroffenen Beschluß in vollem Umfange wiederfinden. Dies setzt natürlich Voraus, daß diese Interessen und Beweggründe positiver Natur sind, und nicht in Ausgrenzung oder Xenophobie bestehen. Um nicht mißverstanden zu werden: das ist dann kein Kompromiß. Ein Kompromiß ist in aller Regel nur eine notdürftige Konfliktlösung. Der Kompromiß basiert darauf, daß alle Beteiligten so weit von ihren Positionen zurückgehen und sogenannte Abstriche vornehmen, bis alle "mit Bauchschmerzen" bei dem Beschluß übereinstimmen können. Eine Synthese ist dagegen etwas ganz anderes. Sie basiert darauf, daß alle Beteiligten ihre eigentlichen Intentionen verwirklichen können. Synergetischer Konsens ist also kein formaler Mechanismus, sondern ein Inhaltlicher. Er setzt einen gemeinsamen, also kollektiven Prozeß des Begreifens und der bewußten und aktiven Gestaltung voraus. In diesem Prozeß gibt es folgende Stufen: - Zuhören, Erfassen, worum es dem anderen wirklich geht - Das andere Wertesystem begreifen, ohne es vorzuverurteilen - Gemeinsame Werte ermitteln und herausarbeiten - Prüfen, inwieweit die beiden kommunizierenden Systeme voneinander lernen können - Verschmelzung der jeweiligen Ziele Komplexe zu einem gemeinsamen Zielrahmen, in dem die Ziele aller Beteiligten voll integriert sind. Winnie Gryphon und andere haben den geschilderten Weg zu einem Kommunikationssystem ausgestaltet, das sie Transprogramming nennen. Wissenswertes darüber gibt es unter der Webadresse http//www.tp.syncos.de zu finden. (Hinweis: dieser Link ist nicht mehr aktiv)
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