|
| |
Gemeinschaft
und kultische Rituale
Von Dragon, erschienen in der NHZ Nr. 4, Okt. 2002 |
 |
Ein Grundschema für ein kultisches Ritual
Ritualort: Der Ort des Rituals
sollte wohl ausgewählt sein. Er sollte vor unvorhergesehenen Störungen sicher sein und
entsprechend vorbereitet. Gegebenenfalls sollte er durch ein entsprechendes
Reinigungsritual vorbereitet sein.
Teilnehmer: Es sollten grundsätzlich nur geladene
Menschen an einem kultischen Ritual teilnehmen, und diese sollten von dem rituellen
Charakter vorher Bescheid wissen.
Ritualleitung:Idealerweise hat ein Priesterpaar die
Ritualleitung inne. Mindestens eine Person sollte die Leitung des Rituals innehaben und
von den anderen in dieser Rolle unterstützt werden. Für die Dauer des Rituals hat diese
Person die Rolle einer Priesterin bzw. eines Priesters inne.
Ablauf:
 | Schutzkreis um den Ritualplatz ziehen. In der
einfachsten Form sollte der Platz dreimal gegen den Uhrzeigersinn umschritten werden.
Schutzkreis ziehen bedeutet willentlich und konzentriert ungünstige und destruktive
Kräfte von dem Ort zu verbannen. Dies kann durch gesprochene Formeln, aber auch
schweigend, unter Umständen durch magische Werkzeuge (Schwert, Messer) unterstützt
werden. |
 | Reinigung. Vorbereitung - Utensilien werden
organisiert ; die Absicht wird festgelegt ; eventuell Zeit der Enthaltsamkeit ; es kann
aber auch spontan organisiert werden. Reinigung, Erdung - Körperliche Reinigung,
Meditation, Einstimmung auf das Ritual, abschalten vom Alltag. Salz-Wasserreinigung,
Ziehen des Kreises - Eingangsspruch, Salz-Wasserreinigung zur geistigen Reinigung der
Teilnehmer, des Altars, der Atmosphäre, sowie Räucherung derselben. Ziehen des Kreises
zum errichten eines heiligen Bezirkes, mit eigenen Worten. Ziehe ihn am besten mit der
Athame (Dolch). In der Natur kannst Du ein Mehlkreis (biologisch abbaubar) anlegen. Der
Kreis soll nicht nur Schützen, sondern auch gesammelte Kräfte halten. Ziehe den Kreis
auch im Kopf. Die Grenzen der Diesseitigen und der Anderwelt sollen darin aufgehoben
werden. |
 | Begrüßung. Die Priesterin bzw. der Priester
begrüßt die Anwesenden und eröffnet das Ritual. Dies kann durch ein gemeinsam
gesungenes Lied bekräftigt werden. |
 | Anrufung. Priesterin oder Priester füllt einen
Kelch mit Wein und ruft wohlgesinnte Gottheiten und Geister an. Es ist zu empfehlen, die
Göttin Nemetona und ihren gehörnten Gefährten anzurufen. Wenn man will, kann jede
anwesende Person Götter oder wohlgesinnte geister ihrer Wahl zusätzlich anrufen.
Anrufung der Elemente - Anrufung der vier Hüter der Himmelsrichtungen und der Elemente.
Dies muß nicht unbedingt erfolgen, aber in größeren Ritualen wird es gern genommen, da
die Wächter einen guten Schutz darstellen und die Elemente (des Lebens) bei magischen
Operationen mit ihren Kräften hilfreich sind. (Norden: Koreas, Erde, Pentakel
(Pentagramm) / Osten: Euros, Luft, Schwert, Athame / Süden: Notus, Feuer, magischer Stab/
Westen: Zephiros, Wasser, Kelch |
 | Wunschrunde mit Trankopfer. |
 | Rituelle Feier. |
 | Abschluß des Rituals und Verabschiedung der
angerufenen Kräfte. Danksagung an die Götter, Wächter verabschieden, Kreis auflösen,
eventuell noch mal Meditation, im Wicca wird meist weitergefeiert, je lockerer, um so
besser, denn der Hexenkult ist keine triste, humorlose Religion. langsames wiederfinden
zur Alltagswelt. |
|