Archiv der Pintausgaben 2000 - 2006

Nemetische Heimatzeitung

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Ethischer Kodex des Drachentempels

Von Dragon und Gryphon 1995, in der NHZ erschienen in Nr.4, Okt. 2002

 

 

Der hier niedergelegte Kodex stellt eine Selbstverpflichtung der Mitglieder des Drachentempels dar. Die Angehörigen des Drachentempels verpflichten sich, die hier niedergelegten Regeln in ihrem Leben tagtäglich umzusetzen.

Jede dieser Regeln ist durch eine Konsensentscheidung der gesamten Tempelgemeinde zustande gekommen. Es ist nicht zulässig, ein Mitglied zur Einhaltung von Regeln zu nötigen, denen es nicht selbst zugestimmt hat. Auch ansonsten unterbleibt der Einsatz von Zwangsmitteln, nur der moralische Dialog der gegenseitigen Überzeugung ist statthaft. Bei wirklich unüberbrückbaren Differenzen muß die Tempelgemeinde sich in Würde trennen. Die Liste der Regeln ist erweiterbar und modifizierbar. Jede neue Regel bedarf der Zustimmung aller Mitglieder. Jede Änderung einer bestehenden Regel bedarf auch der Zustimmung aller Mitglieder. Jede Änderung oder Ergänzung wird mit Datumsangabe protokolliert. Die Regeln erhalten jeweils eine Überschrift und eine Nummer.

Covens des Tempels können sich zusätzlich zu diesen Regeln einen besonderen Kodex für die eigene Zelle geben.

      1. Weg zum Glück
      2. Beschreite den Weg zum Glück für dich und andere. Bedenke, daß Glück letztlich unteilbar ist. Werde glücklich, indem du deinen Genossen hilfst auf ihrem Weg zum Glück, und mache deine Genossen glücklich, indem du selbst den Weg des Glücks beschreitest.

        Behindere niemandem auf seinem Weg durch deine schlechten Gedanken. Wenn du kritisierst, dann kritisiere förderlich. Versuche, kooperative Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Erzeuge synergetische Prozesse oder versuche sie zu unterstützen.

      3. Schütze den Tempel
      4. Schütze die Sicherheit des Tempels vor allen negativen Einflüssen durch kluge Vorauswahl der Menschen, die du zu ihm führst, durch Vorsicht bei deinen Äußerungen. Insbesondere wahre Verschwiegenheit über die Vorgänge in der Gemeinschaft des Tempels. Versuche, dem Tempel treu zu sein. Halte fest an seinen Zielen und wandle auf seinem Weg.

      5. Schütze Beziehungen
      6. Versuche nicht, Beziehungen zu zerstören, die du selbst nicht geschaffen hast. Wenn du liebst, so liebe selbstlos und ohne Bedingungen. Gesegnet durch die Liebe wird der Liebende, nicht der Geliebte. Versuche, treu zu sein. Treue bedeutet: Halte fest an deinen Beziehungen und versuche sie weiterzuentwickeln.

      7. Selbstbestimmung und gegenseitige Hilfe
      8. Jeder bestimme selbst über seinen Körper, seinen Geist und seine Gefühle. Jeder bestimmt selbst über seine Anteil an Raum und Zeit Gewähre Hilfe jedem der Deinen, der dich darum bittet, und nehme Hilfe an, wenn sie dir angeboten wird. Behalte im Auge immer die größere Vision. Je umfassender die Vision, desto edler ist sie. Fördere dich, indem du ganz konkret andere förderst. Versuche, deine Träume und Ziele mit denen der anderen zusammenfließen zu lassen.

      9. Loyalität und Vertrauen.
      10. Wer dem selben Opferfeuer beigewohnt hat, ist als Schwester und Bruder mit dir verbunden. Das bedeutet nicht, daß du ihn lieben mußt. Aber deine Geschwister haben ein Recht darauf, dir vertrauen zu können. Aspekte des Vertrauens: Schweigen über geäußerte Anliegen und Wünsche etc. Respekt. Kritisiere stets förderlich.

      11. Kampfsituationen
        Greife nicht als erster an, sondern verteidige dich listig, beharrlich und mutig. Siege durch möglichst wenig Zerstörung. Greife aber ein, wenn dir anvertraute Menschen bedroht sind. Das Recht, diese Situationen und die daraus sich ergebenden Handlungen zu definieren, ist jedem Individuum selbst vorbehalten. Keine Kritik.
 
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Stand: 09. März 2003