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Die Nemeter war der Name der Völkerschaft, die vor mehr als 2000 Jahren die Landschaft besiedelten, die wir heute als die Regionen Nordbaden, Pfalz und Nordelsaß kennen. Die freiheitsliebenden Nemeter wurden von den römischen Truppen geschlagen, als sie sich mit den Heerscharen der Triboker, Vangionen, Sueben und Markomannen unter dem Oberbefehl von König Ariovist zur Wehr setzten und gerieten unter römische Herrschaft. Als das römische Weltreich zu wanken begann, schloß sich Nemetien an den alamannischen Staatsverband an, zu dem sich die freien Völker Süddeutschlands im 5 Jahrhundert zusammenschlossen. Die Zerschlagung des alamannischen Vielvölkerstaates durch die Franken machte dem ein Ende. Trotzdem wurde noch bis in das Mittelalter die Landschaft aus Pfalz, Nordelsaß und Baden als "Land der Nemeter" bezeichnet. Noch heute bezeichnen die Ungarn beispielsweise mit dem Wort "Nemed" die Deutschen und mit "Nemec" die Tschechen. Worin kann also das Erbe dieses Volkes bestehen, das beim Entstehen des heutigen Europa anscheinend untergegangen und in Vergessenheit geraten ist? Zum einen ist es der Geist dieses Volkes, das der Völkerfreundschaft, dem Frieden und der Gemeinschaftsidee gewidmet war. Niemals ging von den Nemetern ein Krieg aus, um etwa andere Völker zu unterjochen und untertan zu machen. Wo sie als Kriegspartei in der Geschichte in Erscheinung traten, da stets in Verteidigung von Land, Heimat und Menschen. Scheinbar gehören sie so zu den Verlierern der Geschichte, denn sie wurden selbst unterworfen und dominiert nacheinander von den Römern und den Franken. Doch dieser Umstand ist kein Makel, denn niemals wurde in nemetischem Namen Blut vergossen bei der Eroberung fremder Länder. Zum anderen waren die Nemeter immer ein Mischvolk und eine Mischkultur gewesen. Das vorgeschichtliche Volk, das mit der Michelsberger Kultur in Zusammenhang gebracht werden kann, nahm bereitwillig und weltoffen die Einflüsse auf, die Kelten, Germanen und Römer mitbrachten. In späterer Zeit trugen jüdische, sächsische, schweizer, österreichische und hugenottische Einwanderer zur nemetischen Kultur bei. Es läßt sich nirgendwo nachweisen, daß die nemetische Identität jemals durch völkische oder Rassendünkel getrübt war. Die Nemeter waren ein zutiefst religiöses, mit der Natur verbundenes Volk. Die vom Christentum zerstörten Heiligtümern auf den Berggipfeln Nemetiens geben Kunde von der tiefen Verbundenheit dieses Volkes mit Land und Erde. Sie nahmen keltische, germanische und römische Gottheiten in ihren Pantheon auf. Das keltische Wort "Nemeton" bezeichnete einen heiligen Bezirk, in dem die Druidinnen und Druiden Kontakt mit den Göttern suchten. Wie in so vielen anderen Regionen bedeutete die Christianisierung die Zerstörung einer reichen und weisen spirituellen Kultur. In der ganzen Welt gilt Europa als der Ausdruck dessen, was als westlicher Imperialismus bezeichnet wird. Nur wenige wissen, daß es noch ein anderes europäisches Erbe gibt, das Erbe der spirituellen Toleranz, der Vielfalt in der Einheit, der Integration scheinbar antagonistischer Gegensätze. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, daß die nemetische Identität jemals erzwungen war, daß sich jemals ein Mensch als Nemeter deklarieren mußte, weil ihn die Mächtigen dazu zwangen. Nemeter zu sein ist heute mehr denn je eine Frage der freiwilligen Entscheidung. Keine genetische Vererbunglinie, keine staatspolitische Zugehörigkeit kann heute noch jemanden zur Nemeterin oder zum Nemeter machen. Die Hinwendung zum Nemetertum kann nur auf der Hinwendung zu positiven Zielen und Prinzipien erfolgen. Diese sind:
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