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Aus hochadeliger Familie stammend, wird Saint-Simon Offizier und kämpft nach 1776 im amerikanischen Befreiungskrieg auf Seiten der Aufständischen, die insgeheim von Frankreich unterstützt werden, gegen England. Saint-Simon ist 1789 zunächst Sympathisant der Revolution, 1794 aber entkommt er in der “Schreckensherrschaft” nur knapp der Guillotine. Durch die Enteignung seiner Güter zur Revolutionszeit verarmt, zieht er nach der Machtergreifung des Directoire (1795) eine Spedition auf, wird fast reich, wird dann aber von einem Geschäftspartner geprellt und ruiniert. Zur Zeit des napoleonischen Empire (1804-14) lebt er mühsam als freischwebender Intellektueller und beginnt, gesellschafts- und staatstheoretische Schriften zu verfassen, die zunächst unveröffentlicht bleiben. Unter der Restauration nach 1815 wird er allmählich bekannt, zunächst als Publizist mit ephemären, aber einflussreichen Zeitschriften. Er wird zum Begründer der sehr einflussreichen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Denk-Schule der "Saint-Simoniens". In seinen Schriften vertritt er aus der Perspektive eines egalitären Christentums die damals ganz revolutionäre Ansicht, dass nur die "industriels", d.h. die mit ihrer Arbeitskraft Güter und Dienstleistungen produzierenden Individuen, nützliche Mitglieder der Gesellschaft seien und dass der erwirtschaftete Wohlstand nach dem Leistungsprinzip verteilt werden müsse. Saint-Simon gilt zugleich als Mitbegründer der Soziologie, als "Frühsozialist" und als einer der Väter der katholischen Soziallehre.
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