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Wo liegt Nemetien?
Die Frage möchten wir an dieser Stelle rein geographisch betrachten.
Der Siedlungsraum der historischen Nemeter war im wesentlichen die spätere Kurpfalz mit Teilen von Baden und Elsaß (nebenstehende Karte zeigt Ortsnamen und Stammesgebiete zur römischen Zeit). Aber wir nehmen es da nicht unbedingt so genau, Nemetien ist für uns einfach die oberrheinische Tiefebene von Basel bis Darmstadt.
Nemetien ist zwar eine geographisch fixierte Region (modern könnte man eine Bio - Region dazu sagen, siehe Stichwort Bioregionalismus), jedoch ist das Projekt an keine bestimmte Herkunft, keinen momentanen Wohnort oder gar ethnischen Abstammungen gebunden.
Die Grenzen Nemetiens sehen wir also nicht streng, es handelt sich im wesentlichen um die Oberrheinische Tiefebene einschließlich der angrenzenden Gebirgen in etwa bis zu den Wasserscheiden.
Die Region Nemetien läßt sich noch grob in drei Zonen unterteilen:
- Zentralnemetien mit der Stadt Speyer als Mittelpunkt. Diese Zone ist identisch mit der EU-Region Pamina
- der Norden (Rheinhessen, Südhessen, Nordpfalz), den wir Vangionien nennen (nach dem keltisch-germanischen Mischvolk der Vangionen mit dem früheren Hauptort Mogontiacum/Mainz)
- Der Süden (Südelsaß, Südbaden/Breisgau, Ortenau), den wir Tribozien nennen (nach dem keltisch-germanischen Mischvolk der Tribokier mit dem früheren Hauptort Argentorate/Strasbourg).
(siehe nebenstehende Karte. Der rote Punkt markiert die Lage der Stadt Speyer, die historisch der Hauptort der antiken Nemeter war und vor 1000 n. Chr. auch “Nemetum” hieß)
Pamina
In den Jahren 1988 (PACTE) und 1991 (INTERREG) legte die Europäische Union Programme zur Förderung der Grenzregionen mit dem Ziel auf, grenzbedingte Hindernisse zu überwinden und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit voranzutreiben. 1988 entstand durch die Willenserklärung von Weißenburg ein Pilot-Raum namens PAMINA. PAMINA steht für PA=Palatinat (Pfalz), MI=Mittlerer Oberrhein, NA=Nord Alsace. Daraufhin wuchs die Zahl der Projekte im PAMINA-Raum, darunter die PAMINA-Radwege, der PAMINA-Rheinpark, Sprachkurse und Projekte im Bereich des Tourismus, ständig an. Im Jahre 1993 erkannte man staatlicherseits die Notwendigkeit einer gemeinsamen Rahmenplanung für den PAMINA-Raum: Die Orientierungslinien für die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung des PAMINA-Raumes wurden erarbeitet und 1996 unterzeichnet. Sie zielen ab auf gleichwertige Lebensverhältnisse und Chancengleichheit, Kohäsion und Austausch sowie die Inwertsetzung des Raumes und seine nachhaltige Entwicklung. Die Bereiche Wohnen, Wirtschaft, Verkehr, Ausbildung, Umwelt und regionale Identität wurden in eine gemeinsame Betrachtung einbezogen und darauf aufbauenden Vorschlägen zu Grunde gelegt. In der Folge fanden sich die an der Erarbeitung der Orientierungslinien beteiligten Partner - auf französischer Seite der französische Staat, die Région Alsace und das Département Bas-Rhin, auf deutscher Seite die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, der Regionalverband Mittlerer Oberrhein und die Planungsgemeinschaft Rheinpfalz - zu einem weiteren gemeinsamen Vorhaben zusammen. 1997, neun Jahre nach der Entstehung des Kooperationsraumes PAMINA, lief mit Unterstützung durch INTERREG II das Projekt "Raumentwicklungskonzept PAMINA" an. Nach einer notwendigen Phase, in der überwiegend lokal bedeutsame Projekte im Vordergrund standen, ist die nachhaltige Entwicklung im PAMINA-Raum zu einem vorrangigen Thema geworden - ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Indessen: die EU-Behörden, die den Pilot-Raum Pamina kreierten, waren sich dessen nicht bewußt, daß der geographische Raum Pamina fast identisch ist mit dem historischen Siedlungsraum der Nemeter, die immerhin bis ins Jahr 1000 n. Chr. noch namentlich in jüdischen Quellen erwähnt werden. Gleichwohl zählt der historische Zentralort der Nemeter, die Stadt Speyer (“Nemetum”) nicht zu Pamina. “Der PAMINA-Raum teilt eine einheitliche naturräumliche Großstruktur (das von den Mittelgebirgen eingerahmte Rheintal), ein gemeinsames Klima (und seine Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzungen), gemeinsame Wasservorkommen (den Grundwasserspeicher des Rheins – größter "See" Europas) und ähnliche natürliche Gunsträume (landwirtschaftliche Flächen auf den fruchtbaren Böden, Wälder in den Hanglagen der Mittelgebirge und auf den von ihnen ausgehenden Schwemmfächern). Die Anpassung des Menschen an diese unterschiedliche natürliche Gunst äußert sich in einer Siedlungsstruktur, die einer einheitlichen Logik entspricht: Orte entstehen nahe dem Wasser, meiden aber zugleich die Überschwemmungsbereiche, erstrecken sich entlang der Mittelgebirgsränder und der Tallagen. Die Durchreise von Kaufleuten begründete eine Tradition im Handelswesen, die auf den mittelalterlichen Austausch von Waren zwischen Oberitalien und den Märkten Nordeuropas zurückgeht. Der wachsende Wohlstand ermöglichte zugleich ein Wachstum der Bevölkerung – und dank deren Tüchtigkeit auch eine industrielle Entwicklung.” Diese Aussagen lassen sich aber nicht nur auf den durch bundesdeutsche und französiche Verwaltungsbezirke definerten geographischen Raum beziehen, sondern auf die gesamte, historisch und ökonomisch vielfach verflochtene und zusammenhängende Oberrheinische Tiefebene, also einschließlich der Nordpfalz, Kurpfalz (Nordbaden), Südhessen (Vangionien) und auf Südelsaß und Südbaden (Tribozien). Wir nehmen also Pamina pragmatisch als Bezeichnung für Zentral - Nemetien an und unterstützen den Kooperationsraum Pamina als Teil der nemetischen Entwicklung.
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